Rassebeschreibung Deutscher Riese hasengrau
Es ist die größte, schwerste
und imposanteste aller Kaninchenrasse und überragt die übrigen
um einiges
an Länge und Gewicht. Das Zuchtziel sollte auf
möglichst robuste, große und schwere Tiere ausgerichtet
sein.
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1.0 Z299/2.4.7 (97 Punkte; 9,7 Kilogramm) |
seitliches Profil |
Herkunft und Abstammung
Der
Deutsche Riese, wie es ihn heute gibt, stammt ursprünglich vom
Belgischen Riesen bzw. Flandrischen Riesen
ab. Deshalb gebührt
in erster Linie den Belgischen Riesenzüchtern die Anerkennung
und der Dank, dass Sie uns
eine so schöne Rasse geschaffen
haben. Der belgische Riese stammt aus der Provinz Flandern,
hauptsächlich
aus dem Kreise Gent, wo schon die ersten
Riesenzüchter-Vereinigungen " Het Heerhof" gegründet
worden
waren. Man vermutet, dass das Riesenkaninchen aus dem
belgischen Landkaninchen herausgezüchtet
worden ist und die
Vorfahren angeblich die Deutschen Riesenschecken sein sollen. Die
Wahrscheinlichkeit ist
sehr groß, denn das belgische
Landkaninchen hatte noch ähnliche Abzeichen, wie es sie bei der
Riesenschecke
gibt und die ersten Riesen hatten auch noch weiße
Abzeichen im Fell, die mit der Zeit dann rausgezüchtet wurden.
Möglicherweise könnten bei der Entstehung des Riesen
auch einige Mutationen eine wichtige Rolle gespielt haben.
Wie
der Riese genau entstand ist leider nicht mehr nachvollziehbar.
Der belgische Riese kam in der Zeit um
1880-1890 nach Deutschland und wog damals zwischen 4 und 5 kg,
selten aber 6 kg. Wegen der Felle wurden damals hauptsächlich
graue Tiere gezüchtet.
In den Jahren 1900 bis 1919 wurden dann folgende Durchschnittswerte ermittelt:
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Jahr |
Gewicht |
Körperlänge |
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1900 |
7 kg |
60-62 cm |
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1905 |
7,5 kg |
68,5 cm |
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1910 |
7,75 kg |
72 cm |
Nachdem jahrelang dann nur auf Größe
und Gewicht hin gezüchtet wurde, reduzierte man 1937 das
erwünschte Gewicht sowie die Rumpflänge und benannte
die Rasse in "Deutscher Riese" um.
So kamen unsere
Riesen zum heutigen Namen. (Literaturherkunft: Dr. F. Karl Dorn;
Buch: „Rassekaninchenzucht“)
Gewicht und Länge:
Das
Mindestgewicht beträgt 5,5 kg, das Normalgewicht über 7 kg.
Das Tier muss eine dem Vollgewicht
entsprechende Größe
und Länge besitzen. Die Körperlänge beträgt bei
dem verlangten Normalgewicht
von 7 Kilogramm etwa 72 cm und mehr.
Körperbau und Form:
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0.1 Z299/1.5.2 Jungtier mit 6 Monaten |
Der Körper ist groß und
gestreckt, breit und tief und besitzt einen seiner Größe
entsprechenden
starken Knochenbau. Auffällig sind die
großen, fleischigen Ohren mit einer Mindestlänge von 17
cm.
Der Körper sollte vorne und hinten möglichst gleich
breit und stark bemuskelt sein. Die Hinterläufe
sind
kräftig, breitgestellt und parallel zum Körper verlaufend.
Die Blume ist lang und wird gut am
Körper anliegend
getragen. Die Stellung auf geraden und breitgestellten Vorderläufen
ist hoch
und bewirkt ausreichend Bodenfreiheit, da der Abstand
der Bauchpartie vom Boden genügend
groß sein soll.
Doch wird die übertrieben hohe Stellung des Hasen-Typs
abgelehnt.
Bei Häsinnen ist eine nicht zu große, gut
geformte Wamme zugelassen, wobei es schon viele
Exemplare
gibt, die Wammenfrei sind.
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0.1 Z299/5.5.26 (8 Monate) |
zum Vergleich ein 1 ½ Jahre alter Rammler |
Kopf und Ohren:
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Rammlerkopf |
Häsinnenkopf |
Der Kopf ist groß, mit breiten,
starken, vollen Backen und einem gut entwickelten Ober-
und
Unterkiefer versehen und soll in einem harmonischen Verhältnis
zur Körpergröße stehen.
Die Ohren, die insgesamt
der Größe des Tieres entsprechen, sind sehr kräftig
und werden
gut getragen. Ihre Länge beträgt
normalerweise etwa ein Viertel der Körperlänge.
Fell:
Das
Fellhaar ist sehr dicht, gut begrannt und hat eine Haarlänge von
etwa 4 cm.
Die Ohren sind gut behaart.
Farbe:
Bild
1
Bild
2
Bild 3
Hasengrau:
Die
Gesamtfarbe ist eigentlich wie bei wildgrau, jedoch heller (Bild 1).
Der Rücken schattiert;
Brust und Seiten etwas heller (Bild
2). Keil im Genick klein bräunlich (Bild 3); Ohren
schwarz
gerändert. Zwischenfarbe breit,
rostbraunrot. Bauch und Innenseite der Läufe,
Kinnbackeneinfassung und Unterseite der Blume weiß. Bei
hasengrau
gibt es
drei
Schattierungsstufen, wie z.B. hellhasengrau, hasengrau und
dunkelhasengrau.
Unterfarbe:
Die
Unterfarbe ist bei allen grauen Farbenschlägen bläulich.
Sie sollte nicht von unten aufhellen sondern von unten her
schon
dunkel (bläulich) sein.
Fehler:
Leichte Fehler:
Abweichungen
in der Größe vom Normal- bis zum verlangten Mindestgewicht
sowie von der Normal-
bis zur Mindestlänge. Tiefe
Stellung. Nicht entsprechend ausgeprägte Kopfbildung. Kurze oder
lange,
nicht der Körpergröße entsprechende Ohren.
Helle Binden, verwaschene Farben, leichte Durchsetzung
der
Deckfarbe mit weißen Haaren. Schwach schattierte
Blumenoberseite mit Ausnahme der dunkel-
und eisengrauen Tiere.
Mangelhafte Ohrensäumung, schwache oder durchsetzte Unterfarbe.
Schwere Fehler:
Tiere
unter 66 cm Körperlänge oder unter 17 cm Ohrenlänge.
Starke Durchsetzung der Deckfarbe
mit weißen Haaren. Völlig
schwarzer Kopf bei eisengrauen Tieren, völlig schwarze
Blumenoberseite
mit Ausnahme der dunkel- und eisengrauen Tieren.
Völlig Fehlen der Bauchunterfarbe.
Andere als braune
Augenfarbe, zweierlei oder farblose Krallen.
Wirtschaftlichkeit:
Oft
wird der Rasse unterstellt, sie sei sehr wirtschaftlich. Stellt man
jedoch die Relation von
Futteraufnahme und Zunahme, von
Lebendgewicht und Schlachtkörpergewicht, von Fleisch
zu
Knochen her, so stellt man sehr schnell fest, dass die
Wirtschaftlichkeit dieser Rasse
Ansichtssache ist. Jeder Züchter
bzw. Halter stellt andere Anforderungen an seine Tiere.
Hinzu
kommt dass die Deutschen Riesen wegen ihrer Größe hohe
Ansprüche an Stallraum
und Futtermenge stellen.
Haltung:
Die
einzelnen Buchten sollten daher ca. 120 x 80 x 60 cm groß sein
und Luft und
Morgensonne ausreichend Zutritt lassen. Je größer
die Ställe desto besser. Für Häsinnen
mit Jungen
sollte so viel Platz wie möglich bereitgestellt werden. Die
Raufen und Futtertröge
sollten etwas höher angebracht
werden, da dies die Stellung der Riesen positiv beeinflusst.
Außenstallungen sind den Innenstallungen vorzuziehen.
Man sollte seinen Tieren, wenn
man die Möglichkeit hat
Auslauf ermöglichen, denn durch die Bewegung wird der
Muskelaufbau und das Wachstum beschleunigt.
So und wer ist nun der
Jäger? Unkraut jagt Momi.
Frohwüchsige Tiere dieser Rasse
können mit 7 bis 8 Monaten auf den
Ausstellungen gute
Ergebnisse
erzielen. Solche Tiere sollten natürlich bevorzugt in der Zucht
eingesetzt werden.